Elterngeld

Elterngeld-Kalender #20: Hilfe, ich bin ein Mischfall – Was muss ich wissen?

Bestimmt habt ihr schon gemerkt, dass Eltern, die Elterngeld beantragen, in zwei Kategorien eingeteilt werden: Zum einen gibt es da die „Angestellten“, also Eltern, die mit einem Arbeitsvertrag arbeiten und einen Chef oder eine Chefin haben. Zum anderen gibt es die Selbständigen, also Eltern, die als Unternehmer, Künstler, Berater oder in einem anderen Beruf selbständig arbeiten. Ohne Arbeitsvertrag und Chef, versteht sich.

Die einen werden in die eine Elterngeld-Schublade gesteckt, die einen in die andere – für beide gelten z.B. unterschiedliche Bemessungsgrundlagen. Allerdings kann es aber auch „Mischfälle“geben – d.h. ein Eltern, die sowohl angestellt als auch selbständig tätig sind. Die Frage ist nun, wie diese Eltern eingeordnet werden…. Das ist zum Beispiel spannend, bei der Frage, welche Einkünfte für die Bemessung des Elterngeldes herangezogen werden.

Elterngeld-Mischfälle werden wie Selbständige behandelt

Der Gesetzgeber hat es sich natürlich so einfach wie möglich gemacht und behandelt die Mischfälle wie Selbständige. Die Folge: Für die Bemessung des Einkommens ist das Jahr vor der Geburt relevant. Das gilt immer dann, wenn du im Jahr vor der Geburt selbständig warst, selbst dann, wenn du nicht mehr selbständig tätig bist.

Beispiel: Du hast in 2016 selbständig gearbeitet und arbeitest seit Dezember 2016 zusätzlich in einer Festanstellung. Wenn das Baby im Dezember 2017 kommt, werden für die Bemessung des Einkommens deine Einkünfte aus dem Kalenderjahr 2016 herangezogen.

Jetzt fragst du dich vielleicht warum das so ist. „Verwaltungsvereinfachung“ ist das Zauberwort. Denn natürlich ist es wesentlich komplizierter, die 12 Monate vor der Geburt aufzudröseln und anteilig die Höhe des selbständigen Einkommens zu berechnen. Statt dessen schreibt die Elterngeldstelle einfach eine Zahl aus deinem Einkommenssteuerbescheid ab.

Im Einzelfall ganz schön ungerecht…

Leider kann dieses Prinzip zu sehr ungerechten Ergebnissen führen. Eigentlich sollte sich das Elterngeld ja an den Einkommensverhältnissen vor der Geburt orientieren… ABER:  Wenn du im Fall oben mit deiner Selbständigkeit wenig und mit deiner Festanstellung viel verdienst, fällt viel Geld hinten runter, da die Einkünfte in 2017 komplett ausgeklammert werden und dein Einkommen aus der Festanstellung in 2017 nicht berücksichtigt wird.

Ich finde ja, dass man hier mal Klage erheben und gerichtlich prüfen lassen sollte, ob das das rechtmäßig ist… Was meint ihr? Wer von euch war auch ein Mischfall?

 

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3 Kommentare

  • Antworten
    MIriam
    7. Januar 2018 at 10:26

    Hallo Sandra, ich bin so ein Mischfall und stehe noch vor der Beantragung des Elterngeldes, daher kann ich noch nicht sagen wie es ausgehen wird. Jedenfalls bin ich bei meiner Recherche auf Deinen Blog gestoßen und finde ihn sehr hilfreich und interessant. Danke dafür! Schöne Grüße Miriam

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    ReisenderNerd
    10. Januar 2018 at 20:57

    Wir sind ein Mischfall. 🙁 Und dazu findet man leider am wenigsten Infos. Besonders wenn man als Mischfall Elterngeld Plus beziehen möchte da man Teilzeit der Angestelltentätigkeit weiter nachgehen will.

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