Elterngeld Elternzeit

Elterngeld-Kalender #2: Muss ich in Elternzeit sein, um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben?

Elterngeld und Elternzeit werden von vielen Eltern oft in einen Topf geworfen, manchmal auch durcheinandergebracht. Kein Wunder, denn beide Begriffe fangen mit „ELTERN“ an, fallen in den gleichen Zeitraum und sind auch noch im gleichen Gesetz geregelt. Eigentlich könnte man Elterngeld und Elternzeit auch als Zwillinge bezeichnen: Sie werden oft verwechselt, sind aber von Grund auf zwei ganz unterschiedliche „Wesen“.

Für das Grundverständnis des Elterngeldes ist es aber ganz wichtig, dass man die Zwillinge voneinander unterscheiden kann, z.B. um genau beurteilen zu können, ob man vorab Elternzeit anmelden muss, um Elterngeld zu beantragen.

1. Elternzeit

Die Elternzeit ist ein Anspruch, der dir gegenüber deinem Arbeitgeber zusteht . Wie der Name schon sagt – ein Recht auf „ZEIT“. Wenn du in Elternzeit bist, wirst du nämlich ganz oder teilweise von der Erbringung deiner Arbeitsleistung befreit – damit du Zeit hast, dich nach der Geburt um dein Kind zu kümmern.

Elternzeit steht – auch wenn das irgendwie seltsam und ungerecht klingt – nur Angestellten zu. Das hängt damit zusammen, dass Elternzeit ein Arbeitnehmer-Schutzrecht gegenüber deinem Arbeitgeber ist. Wenn du selbständig arbeitest, gehst du nicht in Elternzeit – du hast ja auch keinen Chef, der dich von der Arbeit befreien müsste.

2. Elterngeld

Das Elterngeld ist ein Anspruch gegenüber dem Staat. Auch hier sagt der Name schon alles: es geht um GELD, nämlich um eine Einkommensersatzleistung, damit nach der Geburt deine Existenz gesichert ist.

Kurz gesagt: Das eine ist also Zeit, das andere Geld fürs Baby.

Und nun zu der eigentlichen Frage…

Die Anmeldung von Elternzeit ist keine zwingende Voraussetzung für die Beantragung von Elterngeld –  zumindest gibt es kein Gesetz in dem das so steht.

ABER: Die meisten Eltern, die angestellt arbeiten, reichen eine Elternzeit-Anmeldung ein. Das müssen sie immer dann, wenn sie während des Elterngeld-Bezugs nicht oder weniger arbeiten möchten, also ihre Arbeitszeit verkürzen wollen.  Wenn man aber bereits vor der Geburt weniger als 30 Stunden gearbeitet hat müsste man z.B. streng genommen keine Elternzeit anmelden. Ratsam ist es dennoch, da man während der Elternzeit Sonderkündigungsschutz erhält.

Anders ist bei Selbständigen: Diese können sich ja selbst Elternzeit geben und „beurlauben“. Sie können Elterngeld ohne Elternzeitanmeldung beantragen – dürfen aber auch nicht mehr als 30 Stunden arbeiten.

Zusammengefasst gilt also Folgendes:

Angestellte müssen in der Regel Elternzeit anmelden um Elterngeld zu erhalten, Selbständige können ohne Elternzeit-Anmeldung Elterngeld beantragen.

 

Du hast noch Fragen zur Unterscheidung von Elternzeit und Elterngeld? Dann schreibe gerne einen Kommentar!

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1 Kommentar

  • Antworten
    Vera
    3. Dezember 2017 at 1:09

    Muss Elterngeld immer in den ersten 12 bzw 14 Monaten bezogen werden? Oder kann man das bei 24 Monaten Elternzeit auch von zb Monat 10 bis 22 (ohne Teilzeit-Beschäftigung dazwischen)?

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