Elterngeld

Elterngeld-Kalender #9: Muss ich auf das Elterngeld Steuern zahlen?

Zu dieser Frage hat mich eine Leserin inspiriert, die mir gestern über Instagram geschrieben hat. Sie wollte wissen, ob man nach dem Elterngeld-Bezug mit einer Steuer-Nachzahlung rechnen muss.

Elterngeld und Steuern – dabei fällt mir spontan das Wort MOGELPACKUNG ein…

Eigentlich ist es ja so, dass das Elterngeld steuerfrei ist und euch 1:1 wie es auf dem Bescheid steht ausgezahlt wird. Es ist also nicht wie beim Gehalt, dort bekommt ja man nicht das überwiesen, was im Arbeitsvertrag steht, das was nach Abzug der Sozialabgaben und Steuerzahlungen noch übrig bleibt.

Das Elterngeld ist also erstmal STEUERFREI. Doch leider hat die Politik das nur so halbernst gemeint. Denn wenn sie das so richtig ernst gemeint hätten, hätten sie das Elterngeld auch vom steuerlichen „Progressionsvorbehalt“ ausgenommen.

WTF ist ein Progressionsvorbehalt? werdet ihr euch jetzt denken. Zu recht. Das Ding ist ein seltsames Wortmonster, hinter dem sich ein komplizierter Mechanismus versteckt – und der euch später leider wieder ein Teil Elterngeld aus der Tasche zieht. Also nix mit Duty Free Elterngeld.

Ich versuche es mal vereinfacht zu erklären:

Der Steuersatz den ihr zahlt, hängt von der Höhe eueres Einkommens ab. Prozentual können das ca. 10%-42% (Spitzensteuersatz) eures Einkommens sein.

Das bedeutet: Je mehr Einkommen ihr habt, desto mehr Steuern müsst ihr zahlen.

Fair wäre es eigentlich, wenn man das Eltern komplett aus dieser Rechnung ausklammert, denkt man ja auch, da es immer als „steuerfrei“von der Politik verkauft wird. Aber dass ist leider nicht so, denn jetzt kommt das Elterngeld fressende Monster namens Progressionsvorbehalt ins Spiel: Das Elterngeld wird wie zu versteuernden Einkommen behandelt und mit deinem Einkommen addiert, mit der häufigen Folge, dass sich dein Steuersatz erhöht, du also MEHR Steuern zahlen musst.

Schlimmstenfalls kann es also dazu kommen, dass du nach dem Elterngeldbezug Steuern nachzahlen musst.

TIPP: Lege dir unbedingt ein Teil des Elterngeldes zur Seite, damit du Reserven hast (das Finanzamt ist nämlich erbarmungslos, wenn es Geld von dir will und sperrt mal schnell das Konto, wenn man nicht oderdicht pünktlich zahlt). Wenn du genau wissen willst, wie hoch die Steuernachzahlung ungefähr sein wird, solltest du den Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater fragen.

 

 

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