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So werde ich eine Mompreneur! Teil 2: Die Geschäftsidee

Ist der Wunsch da eine Mompreneur zu werden und der Unternehmergeist geweckt, dann muss sie her: Eine Geschäftsidee.

Du hast noch keine? Macht nichts. Oft geht es schneller als man denkt. Ein inspirierendes Gespräch, etwas Recherche im Netz, ein Geistesblitz – vielleicht auch ein Traum und zackboom ist sie da. Falls die Eingebung noch auf sich warten lässt: Bitte einmal nach unten scrollen. In den SMART-MAMA TIPPS habe ich einige Fragen und Inspirationsquellen zusammengestellt, die angehenden Mompreneurs bei der Ideenfindung helfen können.

Ist die Geschäftsidee erst einmal geboren, kommt schon bald der Moment, in dem Außenstehende, die nicht unbedingt zu unseren engsten Vertrauten zählen, eingeweiht werden müssen. Das ist häufig der Fall, wenn es um das Finanzielle geht, wenn Feedback oder aber das Know-how von Beratern gebraucht wird. Dann stellt sich für Mompreneurs ruckzuck die Frage: Wie kann ich einen Ideenklau verhindern und meine Geschäftsidee schützen lassen?

Ideen dürfen geklaut werden

Folgende Situation: Du sitzt mit einer Freundin im Lieblingscafé und nein, du schlürfst keine Latte Macchiato – sondern erzählst aufgeregt von deiner Geschäftsidee, einer App, die Eltern dabei hilft, an jedem Ort der Welt den optimalen Spielplatz für ihre Kinder zu finden. Leider hört jemand am Nachbartisch mit großen Ohren mit, übernimmt die Idee und bringt noch vor dir eine Spielplatz-Finder-App auf den Markt.

Das mag nach unserem Rechtsgefühl moralisch verwerflich sein – juristisch ist es aber nicht angreifbar. Eine bloße Geschäftsidee darf übernommen und umgesetzt werden. Und das macht auch Sinn: Andernfalls wäre der freie Wettbewerb  eingeschränkt, Ideenhaber hätten ein Monopol und könnten die Umsetzung und Weiterentwicklung von innovativen Ideen blockieren.

Der Schutz einer Geschäftsidee durch Gesetze…

Sobald eine Geschäftsidee jedoch mehr als eine bloße Idee in deinem Kopf ist und bereits gewisse Ausprägungen angenommen hat, dann kann sie „schutzfähig“ sein – und dann greift auch der gesetzliche Schutz. Zum Beispiel durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG), Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und sogar durch das Strafgesetzbuch (StGB).

Stell Dir vor, du hast bereits ein ausführliches, Geschäftskonzept mit dem Namen „Spielplatzfinder“ entworfen. Unglücklicherweise wird  dir in der U-Bahn die Handtasche mitsamt dem Konzept gestohlen. Es gerät in falsche Hände und wird  – exakt wie von dir beschrieben – auf den Markt gebracht.

Der Konzept-Dieb begeht in diesem Fall unter anderem eine Urheberrechtsverletzung nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG). Bei dem Spielplatzfinder handelt nicht mehr nur um eine bloße Idee, sondern im urheberrechtlichen Sinne bereits um ein „Werk“. Gegen diese Gesetzesverletzung kann man gerichtlich vorgehen und Schadensersatz bzw. Unterlassungsansprüche geltend machen.

… und durch gewerbliche Schutzrechte

Erfüllt eine Geschäftsidee bestimmte weitere Voraussetzungen, dann ist es möglich, ein gewerbliches Schutzrecht, zum Beispiel ein Patent, eine Marke oder ein Design beim DPMA (Deutschen Patent und Markenamt)  anzumelden.

Hättest du also beispielsweise den Namen „Spielplatzfinder“ als Wortmarke eintragen lassen, beginge der Konzept-Dieb zusätzlich eine Markenrechtsverletzung, sofern er der App den Namen „Spielplatzfinder“ gegeben hätte.

Übrigens: Für Mompreneurs gehört die Webseite des DPMA zur Pflichtlektüre: Neben allerlei wichtigen Informationen, unter anderem zu Workshops und Beratungsstellen, findet man dort eine Datenbank, bei der man kostenlos checken kann, ob eine Marke bereits  vergeben ist. Auch die Anmeldung von Schutzrechten kann dort online erfolgen – idealerweise solltet ihr euch dabei aber anwaltlich beraten lassen.

Porzellankisten, NDA’s und die notarielle Hinterlegung

Unabhängig von den gesetzlichen und gewerblichen Schutzrechten bestehen aber noch weitere Geschäftsidee-Schutzmaßnahmen:

Ich beginne mal mit der Mutter der Porzellankiste: Essentiell und eher eine goldene Regel, ist natürlich die Vorsicht – zum Beispiel durch eine sorgfältige Auswahl der „Eingeweihten“, oder aber die Kennzeichnung eines Geschäftskonzepts als „vertraulich“, bevor es in fremde Hände gegeben wird.

Eine weitere Möglichkeit ist der Abschluss eines Geheimhaltungsvertrages („Non Disclosure Agreement – kurz NDA). Eine solche Vereinbarung regelt, dass eine offenbarte Geschäftsidee vertraulich zu behandeln ist – unter Androhung einer Vertragsstrafe. Achtung: Der NDA ist bei vielen Investoren nicht sonderlich beliebt und kann als Vertrauensmangel aufgefasst werden.  Wichtig: Ein NDA wirkt nur zwischen den Vertragsparteien – bindet also nur den Geschäftspartner, der die Vereinbarung unterzeichnet hat.

Eleganter ist die notarielle Hinterlegung der Geschäftsidee. Dabei wird notariell beurkundet, wer zu welchem Zeitpunkt welche Geschäftsidee bei einem Notar hinterlegt hat. Dadurch kann unter Umständen  bewiesen werden, wer das Geschäftskonzept zuerst entworfen hat und wer der Urheber der Geschäftsidee war. Dazu müsst ihr nicht unbedingt einen Termin bei einem Notar vereinbaren: Es gibt einen speziellen Onlineservice, bei dem Dateien hochgeladen, codiert und bei einem kooperierenden Notar hinterlegt werden. Die notarielle Urkunde gibt es dann per Post. Kostenpunkt: ca. 50 EUR.

Besser, smarter, schneller!

Das Gesetz, gewerbliche Schutzrechte  und weitere Maßnahmen wie NDAs oder die Hinterlegung können eure Geschäftsidee sicherlich in gewisser Weise schützen – und es ist wichtig das zu wissen. Ideenklauer, Nachahmer und Copycats wird es aber leider immer wieder geben. Eine Garantie dafür, dass diese mit der Ausschöpfung und Einleitung rechtlicher Schritte zu stoppen sind gibt es nicht.

Macht euch daher bewusst, dass für den Erfolg als Mompreneur vor allem eines von Bedeutung ist: Der Konkurrenz die Stirn bieten und mindestens um eine Nasenlänge voraus sein! Das gelingt euch, wenn ihr die Geschäftsidee besser smarter und vor allem schneller umsetzt.

SMART-MAMA TIPP

Diese Fragen können euch bei der Suche nach einer Geschäftsidee helfen:

Probleme schaffen: Gibt es Probleme, alltägliche Ärgernisse oder Bedürfnisse, die sich mit einer neuen Geschäftsidee lösen lassen? Über den Tellerrand schauen: Gibt es anderswo etwas, dass bei uns noch nicht existiert? Talent ausleben: Was kann ich besonders gut? Könnte das auch andere interessieren, so dass ich daraus ein Geschäft machen kann? Nische suchen: Gibt es etwas, das von größeren Unternehmen nicht angeboten wird, z. Bsp. weil es nicht massenweise produziert werden kann? Übernehmen: Gibt es jemand, der keine Lust mehr hat sein Unternehmen weiter zu betreiben, wäre das vielleicht etwas für mich?

Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust auf diesen Webseiten zu stöbern: meinstartup.com und webtum.de. stellen viele interessante und internationale Geschäftsideen vor.

Kennt ihr noch weitere Inspirationsquellen? Dann hinterlasst gerne ein Kommentar! Vielleicht habt ihr ja auch Lust zu berichten, wie ihr auf eure Geschäftsidee gekommen seid!

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