Interviews Schwangerschaft

Smarte Mamas im Interview: Claudia Weingärtner, Bild-Reporterin, Autorin und „Zwillimuddi“

Kennt ihr schon den wunderbaren Blog Zwillimuddi? Claudia schreibt dort ganz entzückende Briefe an ihre Zwillinge Elli und Theo. Ich bekomme jedes Mal richtig gute Laune, wenn ich Claudias Texte lese – witzig, klug und direkt aus dem Herzen geschrieben. Jetzt gibt es ihre Erfahrungen, Gedanken, Sorgen und Ängste auch als Buch – in einem ganz besonderen Schwangerschafts-Ratgeber.

Zwillingsmama, Blog, Buch – das ist aber noch nicht alles! Claudia hat einen superspannenden Job: Sie ist Bild-Reporterin und seit kurzem wieder in ihren Job eingestiegen. Im smart-mama Interview verrät sie, wie ihr Wiedereinstieg verlaufen ist, wie es dazu kam, dass sie einen Schwangerschafts-Ratgeber geschrieben hat und natürlich was für sie das Schönste am Zwillings-Mama-Sein ist:

1. Liebe Claudia, du bist Bild-Reporterin. Erzähl doch mal, was war bisher deine spannendste Geschichte über die du berichtet hast, welcher Interviewpartner hat dich bisher am meisten beeindruckt?

Beeindruckt hat mich zuletzt Natascha Kampusch, mit der ich ein Interview zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht führen durfte. Bei den spannendsten Geschichten fällt es mir schwer, mich festzulegen, denn irgendwie ist ja jede einzelne Geschichte auf ihre Art spannend. Nachhaltig in Erinnerung bleiben auf jeden Fall die großen Dienstreisen, zum Beispiel die Berichterstattung über Nelson Mandelas Beerdigung in Südafrika, oder eine Reise in die Südsee, als auf der Insel Nuku Hiva ein deutscher Weltumsegler ermordet wurde.

2. Bei deinem Job bist du viel um die Welt gereist. Wie klappt das heute als Zwillings-Mama?

Naja, weiter als nach Österreich zum besagten Kampusch-Interview habe ich es seit der Geburt meiner Kinder noch nicht geschafft. Ich habe noch immer nicht ganz abgestillt, außerdem ist es einfach eine Frage der Betreuung, sowohl meine Eltern als auch meine Schwiegereltern leben leider mehrere Hundert Kilometer entfernt, mein Mann arbeitet Vollzeit. Es ist aber für die momentane Lebensphase total okay so, wie es gerade ist.

3. Wie verlief dein beruflicher Wiedereinstieg?

Ganz gut. Ich habe am 1. April nach gut eineinhalb Jahren Pause wieder zu arbeiten begonnen, aber als ich am ersten Arbeitstag die Redaktion betrat, fühlte es sich seltsamerweise eher so an, als wäre ich nur im Urlaub gewesen – nur sah ich nach vielen babybedingt anstrengenden Nächten natürlich weder braun gebrannt noch entspannt aus… Jetzt arbeite ich in Teilzeit und genieße beide Dinge sehr: den Job, aber auch die Zeit mit den Zwillis.

4. Dieses Woche erscheint dein Buch „Meine verflixt noch mal schrecklich-schöne, panisch-pralle, gemein-glückliche Schwangerschaft!“ – wie kam es dazu?

Eigentlich wollte ich einen Zwillingsschwangerschaftsratgeber schreiben. Dazu habe ich meine Schwangerschaft von meiner lieben Fotografen-Freundin Michaela Thewes durchfotografieren lassen, letztes Jahr im Sommer haben wir ein Exposé geschrieben und es an GU geschickt. Sie fanden das Projekt gut, wollten sich aber lieber an alle Schwangeren richten, nicht nur an Mehrlingsgebärende. Ich hätte mich nie getraut, so etwas anzubieten, weil ich dachte: Sowas gibt es doch schon 1000 Mal. Ich glaube trotzdem, dass es jetzt ein anderer, neuartiger Ratgeber geworden ist.

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5. Was finden die Leserinnen in deinem Buch? Was war dir bei Schreiben ganz besonders wichtig?

Sie finden zehn Kapitel, eines zu jedem Schwangerschaftsmonat. Erst gibt’s immer Tagebucheinträge, was ich in dem jeweiligen Monat erlebt habe, dann einen Brief an die Leserin, mit den Tipps, die ich von Freundinnen, Experten und anderen Schwangeren bekam und besonders hilfreich fand. Der dritte Teil besteht immer aus den sieben wichtigsten Fragen und Antworten, wobei Frage Nummer 7 sich immer auf Zwillingsschwangerschaften bezieht. Besonders wichtig war mir, auf Fach-Chinesisch komplett zu verzichten, sondern alles leicht verständlich darzustellen, und vor – allem bei den persönlichen Einträgen – komplett authentisch zu bleiben.

6. Nehmen wir mal an, du hättest drei Wünsche frei um die Arbeitswelt von heute zu verändern – welche wären das?

Ich mag die Idee von  Coworking Toddler sehr: Konzepte wie diese müssten sich bundesweit durchsetzen, nicht nur für Freelancer, sondern auch in großen Firmen für Festangestellte. Die Vorstellung, auch während der Arbeitszeit nah bei den Kindern zu sein und vielleicht sogar mit ihnen zusammen zu Mittag zu essen, finde ich super. Außerdem wäre es toll, wenn sich Teilzeit-Modelle mehr etablieren würden: Ich habe es selbst früher immer als ganz komisch empfunden, wenn die Kolleginnen mit Kindern Feierabend machten, wenn man selbst gerade aus der Mittagspause kam. Jetzt erst kapiere ich ihre Beweggründe wirklich, und finde es selbst oft unangenehm, zu gehen, wenn andere gerade noch voll im Arbeitsmodus sind. Dabei beweisen ja inzwischen etliche Studien, wie gesund und bereichernd es sein kann, nur halbtags zu arbeiten. Auch Jobsharing klingt für mich ziemlich spannend, aber zumindest in meinem Umfeld ist das noch überhaupt nicht verbreitet.

7. Hast du einen persönlichen Vereinbarkeits-Geheimtipp? Und noch einen besonderen Tipp für Zwillings-Mamas?

Puh, vermutlich eher nicht so geheim: ein gutes Babysitter-Portfolio? Das ist bei uns gerade enorm wichtig, wenn ich doch mal länger arbeite: dass spontan jemand einspringen kann, und die Kinder sich an verschiedene Bezugspersonen gewöhnen. Mein Tipp für frisch gebackene Zwillings-Mamas: Fast jede Krankenkasse zahlt oder bezuschusst in den ersten Lebensmonaten der Kinder eine Haushalthilfe. Da mein Mann zwei Wochen nach der Geburt wieder arbeiten ging, hat mich das davor gerettet, in Chaos und Wäschebergen unterzugehen.

8. Was ist für dich das Schönste am Zwilli-Mama-Sein?

Dass ich dieses riesengroße Glück, ein gesundes Mädchen und einen gesunden Jungen zu haben, auf einen Schlag bekam, ohne ein zweites Mal dick werden zu müssen 😉 – und ich jetzt Stück für Stück wieder ins alte Leben eintauchen kann, ohne dass der Baby-Kreisel sich von vorne zu drehen beginnt. Wobei das natürlich auch mit einem kleinen Wermutstropfen verbunden ist: Ich war sehr gerne schwanger, und trotzdem es wird meine einzige Schwangerschaft bleiben, weil unsere Familienplanung abgeschlossen ist.

Vielen Dank, liebe Claudia!

Und jetzt wird es schrecklich-schön, panisch-prall und gemein-glücklich, denn ihr könnt Claudias Buch 2x gewinnen: Bitte kommentiert bis zum 15.9.2016, warum ihr gerne Claudias Schwangerschafts-Ratgeber lesen möchtet. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und wenn ihr nicht nur den Schwangerschafts-Ratgeber, sondern noch mehr von Claudia lesen wollt, könnt ihr auf ihrem wirklich sehr schön geschriebenen Blog Zwillimuddi oder auf ihren Social Media Kanälen vorbeischauen:

Twitter: c_weingaertner

Instagram: claudiaweingaertner

Facebook: zwillimuddi

 

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8 Kommentare

  • Antworten
    Nadine Hörmann
    9. September 2016 at 12:04

    Ich würde sehr gerne ein Buch haben, weil ich auch gerade mit Zwillis schwanger bin ;-)…das wäre toll!

  • Antworten
    Inga
    9. September 2016 at 13:23

    Als Zwillingsmama, die werdenden Zwillingseltern mit Tipps und Tricks zur Seite steht, wäre das Buch eine tolle Sache um es an die, die vor der Herausforderung Zwillinge stehen, weitergeben zu können! Danke für das schöne Interview und das Thema Zwillinge, was deutlich mehr Raum benötigt!

  • Antworten
    Dagmar Kullmann
    9. September 2016 at 14:33

    Also, ich würde das Buch sehr gerne lesen,
    weil ich demnächst Oma werde und dies der Mutter meiner zukünftigen Enkelin/meines zukünftigen Enkels schenken möchte. Die Erfahrungen aus der Sicht einer Mutter habe ich in dieser Form bisher nirgendwo gefunden.
    Herzliche Grüße
    DaKu

  • Antworten
    Claus Georg
    9. September 2016 at 14:51

    Hallo,
    das hört sich spannend und authentisch an! Endlich mal ein Ratgeber aus dem Leben gegriffen und nicht künstlich und theoretisch. Ich würd´s gerne mal komplett lesen.
    Claus

  • Antworten
    Kirsten
    9. September 2016 at 18:19

    Der Zwilli-Muddi-Link funktioniert nicht, hier der richtige: https://zwillimuddi.com/

    • Antworten
      smart-mama
      9. September 2016 at 19:24

      Danke für den Hinweis, liebe Kirsten, da war ein „http“ zu viel! ich hab’s korrigiert.

  • Antworten
    Carolin
    9. September 2016 at 19:57

    Klingt überraschend anders – bin gespannt!

  • Antworten
    Katrin
    9. September 2016 at 20:52

    Ich würde mich sehr über das Buch freuen, da ich Claudia’s Blog schon seit längerem mitverfolge und ich ihre authentische Art zu Schreiben liebe und immer sehr gerne lese.
    Außerdem trifft folgendes auch komplett auf mich zu:
    „….Dass ich dieses riesengroße Glück, ein gesundes Mädchen und einen gesunden Jungen zu haben, auf einen Schlag bekam, ohne ein zweites Mal dick werden zu müssen 😉 – und ich jetzt Stück für Stück wieder ins alte Leben eintauchen kann, ohne dass der Baby-Kreisel sich von vorne zu drehen beginnt. Wobei das natürlich auch mit einem kleinen Wermutstropfen verbunden ist: Ich war sehr gerne schwanger, und trotzdem es wird meine einzige Schwangerschaft bleiben, weil unsere Familienplanung abgeschlossen ist…“

    Meine beiden Mäuse sind allerdings erst 14 Wochen alt.

    Ich würde sehr gerne ihr Buch lesen.

  • Antworten

    Gleiches Recht für ElternBitte unterstütze meine Petition mit #proparents, BRIGITTE und ELTERN!

    Wir sammeln auf openPetion.de Stimmen für gleiche Rechte von Eltern. Sobald 50 000 Menschen unsere Petition unterzeichnen, reichen wir unser Anliegen im Juni beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags ein.