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Smarte Mamas im Interview – Die Schauspielerin Malina Ebert

Endlich ist es soweit und fertig: Das erste smart-mama Interview! Ich möchte euch von nun an regelmäßig smarte Mamas vorstellen. Warum das? Zum einen finde ich es spannend hinter die Kulissen starker und erfolgreicher Frauen zu schauen und zu erfahren wie sie sich, ihre Familie und den Job im Alltag managen. Außerdem möchte ich Müttern Gelegenheit geben, sich zu rechtlichen Themen rund um Schwangerschaft, Elternzeit, Kind, Kita, Schule und Karriere zu äußern. Dabei geht es mir nicht nur um (positive und negative) Erfahrungen, sondern auch um das Einfangen von Stimmen. Alle interviewten Mamas müssen mir nämlich ihren ganz persönlichen Wunsch an unsere Politiker und Gesetzgeber zum Thema Familie verraten. Wer weiss, vielleicht werde ich die lange Wunschliste aller interviewten Mamas eines Tages Frau Merkel und Frau Schwesig in die Hand drücken…

Als erstes habe ich die Schauspielerin Malina Ebert interviewt. Malina lebt mit ihrem 4jährigen Sohn in Berlin, ist alleinerziehend und startet seit der Babypause wieder so richtig mit ihrer Schauspielerkarriere durch. In dem Film „Der Fall Bruckner“, der heute Abend um 20.15 im ARD zu sehen ist, spielt sie an der Seite von Corinna Harfouch und Christiane Paul eine kranke Mutter, deren Kinder vom Jugendamt in ein Heim gebracht wurden. Unbedingt anschauen!

1. Liebe Malina, warum bist du Schauspielerin geworden?

Ich bin das Kind sehr junger Eltern. Meine Mutter war 23 und mein Vater 25, als ich zur Welt kam. Sie waren sehr mit sich selbst beschäftigt und ich hatte oft das Gefühl nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen. Eines Tages, ich war etwa 4 Jahre alt, fuhr ich mit meinen Eltern im Auto, als ein englischsprachiges Lied im Radio kam (wir lebten damals in Polen), welches ich durch häufiges Hören auswendig gelernt hatte. Ich sang das Lied mit und auf einmal drehten sich beide zu mir um und lauschten gebannt. In diesem Moment war ich unendlich erfüllt von ihrer Aufmerksamkeit und wusste ab sofort: Ich werde einmal Sängerin oder Schauspielerin!

Zum Glück habe ich später noch andere Motivationen gefunden: Ich möchte Geschichten glaubhaft erzählen und die Menschen berühren. Wenn ich ihnen dadurch helfe wieder näher an ihre eigenen Gefühle zu kommen, ist das für mich eine große Freude. Außerdem macht es mir viel Spaß großartige Menschen kennen zu lernen, wunderbare Geschichten zu lesen und viel zu reisen.

2. Was hat sich für dich in beruflicher Hinsicht durch die Geburt deines Sohnes verändert? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht? Wurdest du dabei auch mit rechtlichen Fragestellungen konfrontiert?

Ich war erst einmal weg vom Fenster. Bereits während der Schwangerschaft und obwohl man den Bauch noch nicht sah, platzten alle Anfragen, wenn es hieß: Malina ist schwanger!

Nach der Geburt kümmerte ich mich hauptsächlich um meinen Sohn und fing erst nach 2 Jahren an wieder regelmäßig zu drehen. Ich war energetisch noch nicht bereit wieder voll einzusteigen, hinzu kam noch die Trennung von meinem Mann. Leider konnten wir uns trotz der Hilfe einer sehr fähigen Psychologin nicht friedlich über den Umgang einigen und landeten deswegen vor Gericht.

Als es nach meinem Wiedereinstieg noch nicht so viele Jobs hagelte, habe ich häufig über berufliche Alternativen nachgedacht, die sich sinnvoll mit dem Schauspielern verbinden lassen. Als Alleinerziehende ist der Druck für sein Kind zu sorgen leider besonders groß.

3. Wie organisierst du die Betreuung deines Sohnes bei Drehtagen, die ja nicht immer zu den Kita-Zeiten und häufig weit weg von zu Hause stattfinden?

Da mein Ex-Mann selbstständig ist, kann er oft einspringen, wenn ich arbeite. Wenn das nicht möglich ist, reist meine Mutter aus der Nähe von Frankfurt am Main an. Auch bei längeren Drehs würde ich einen von beiden darum bitten mitzureisen, da es ist mir sehr wichtig ist, dass mein Sohn in meiner Nähe ist.

4. In deinem neuen Film, „Der Fall Bruckner“ spielst du eine kranke Mutter, deren Kinder in einem Heim leben. Erzähle uns ein bisschen über diesen Film! Was hat dir besonders an deiner Rolle gefallen? Was war schwierig?

In dem Film geht es um die Arbeit einer sehr engagierten Sozialpädagogin (gespielt von Corinna Harfouch), die im Jugendamt tätig ist. Ich spiele einen ihrer „Fälle“, eine psychisch kranke Frau, die immer wieder in ein Krankenhaus eingewiesen werden muss. Die Kinder wechseln dadurch ständig Pflegefamilien und Heime. Irgendwann werden, aufgrund der aussichtslosen Genesung der Mutter, die Kinder selbst befragt, ob sie überhaupt wieder zu ihrer Mutter zurück wollen… Die sehr bewegende Rolle war eine große Herausforderung für mich, gleichzeitig hat das Muttersein sehr dabei geholfen authentisch zu sein.

5. Als freie Schauspielerin bist du selbständig tätig. Hast Du einen ganz persönlichen Tipp für Mütter, die selbständig arbeiten, bzw. sich selbständig machen wollen?

Ja! Babyschrittchen machen! Steckt euch kleine Ziele, die ihr recht leicht erreichen könnt, damit ihr Erfolge habt und motiviert bleibt. Wer sein Ziel zu hoch steckt läuft Gefahr von seinem eigenen Anspruch erschlagen zu werden. Und schafft euch Ruhepausen, tut euch selbst etwas Gutes, damit ihr eine entspannte Mutter für euer Kind bleiben könnt. Verbringt auch in stressigen Zeiten viel Zeit mit euren Kindern und lasst euch erden … (Mama, ich hab in die Hose gemacht!)

6. Welche Unterstützungen/gesetzlichen Regelungen würdest du dir zum Thema Familie und Vereinbarkeit von der Politik bzw. von unserem Gesetzgeber wünschen?

Ich finde es sehr wichtig, dass alle Kinder einen Kitaplatz bekommen. Dazu sollte neben ausreichenden Plätzen auch die Verteilung besser organisiert werden. Die Rennerei nach dem positiven Schwangerschaftstest, die ewigen Wartelisten, das Vorsprechen und die Unsicherheit ob es mit dem Kitaplatz klappt, sind eine völlig unnötige Nervenprobe und eine Belastung, bei all den Herausforderungen, die auf ein junges Elternpaar ohnehin zukommen.

Es wäre auch sehr sinnvoll die Kinderbetreuung direkt am Arbeitsplatz anzuschließen. Die Mütter könnten mit ihren Kindern in der Mittagspause essen oder ein wenig spielen und hätten bei weitem nicht so ein schlechtes Gewissen, so lange von ihrem Kind weg zu sein.

Außerdem sollte es ein besseres generationenübergreifendes Netzwerk in unserer Gesellschaft geben. Viele alte Menschen sind einsam und suchen Anschluss an junge Familien. Eine gegenseitige Unterstützung und mehr Integration zwischen Jung und Alt fände ich sehr schön.

7. Was ist für dich das Schönste am Mamasein?

Meinen Sohn lachen zu sehen. Ihm zuzuhören, wenn er leise oder auch laut vor sich hin singt, oder mir einfach seine kleine Hand reicht. Und vor allem, wenn er sagt: „Oooooh, Mama! Ich liebe Dich sooo!“

Vielen Dank, Malina!

Foto: © Joachim Gern

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